Im Zeitalter der zunehmenden Digitalisierung und Vernetzung wird aktuell der Begriff New Work / Neue Arbeit immer wieder diskutiert. Auch in renommierten Zeitschriften geht es dann häufig darum, ob Unternehmen ihren Mitarbeitern Tablets zur Verfügung stellen sollen oder wie viele Tage Home Office möglich sind. Doch beim New Work kommt etwas anderes vorher: Was willst du wirklich tun? Was begeistert dich, dass du aufstehst, um dieses Thema zu entdecken? Nicht (nur) um Geld zu verdienen. Der Impuls zum Tun kommt aus dem Inneren des Menschen. Er will sich in dieser Welt entfalten.

Was ist New Work / Neue Arbeit?

Der Begründer der Neuen Arbeit, Frithjof Bergmann, hat beim Pioneers of Change Online-Kongress 2018 ein Interview gegeben. Die Ur-sprungsidee der Neuen Arbeit ist, Menschen das machen zu lassen, dass Sie, laut Interview, „wirklich, wirklich wollen“. Das Weltbild geht damit von „Wie kann ich mich anpassen/motivieren, für das, was mein Arbeitgeber von mir erwartet?“ zu den Kernfragen

  • Worauf habe ich wirklich Lust?
  • Was bewegt mich?
  • Was begeistert mich?

Damit dreht sich der Blick von Außen nach Innen.

Warum hast du das gemacht, was du gemacht hast?

Um der Frage „Worauf habe ich wirklich Lust?“ näher zu kommen, kann es interessant sein zu hinterfragen, warum du deinem Beruf nachgehst. Egal ob angestellt oder selbständig. Wolltest du wirklich Mechaniker, Steuerberater, Künstler, Fußballer, Projektleiter oder Geschäftsführer werden? Oder welche Motivation gab es z.B. nach der Schule für dich, dass zu tun, was du getan hast? Welche Motivation gab es bei jedem Schritt deiner Karriere?

Viele Menschen, die ich kenne, hatten nach der Schule keine Idee, was sie machen wollten. Da aber alle irgendetwas machen, nehmen sich die wenigsten eine Auszeit um dem näher zu kommen, was sie wirklich bewegt und begeistert. Diese Frage stellt ja auch niemand. Also suchen sie sich z.B. eine Ausbildungsstelle oder ein Studium, dass irgendwie zu ihnen passt. Vielleicht spielen Eltern, Lehrer oder andere enge Bezugspersonen eine Rolle, die scheinbar wollen, dass es einem später besser geht als ihnen.

Der Einfluss deiner Glaubenssätze

Deine Glaubenssätze spielen bei der Berufswahl eine große Rolle. Glaubenssätze stellen die eigene verinnerlichte Wahrheit dar. Sie beeinflussen bewusst oder unbewusst deine Entscheidungen, indem sie eine Art Filter vor deine Wahrnehmung der Wirklichkeit darstellen. Sie beeinflussen dadurch dein Empfinden, was richtig und falsch ist, und deine Handlungen. Hier einige Beispiele:

  • Händische Arbeit ist etwas für Ungebildete und Unintelligente.
  • Mit Kreativität kann man kein Geld verdienen.
  • Ich muss ganztags arbeiten, sonst bin ich faul.
  • Meine Eltern müssen mögen, was ich tue.
  • Ich muss das tun, was andere von mir erwarten.
  • Ich muss viel tun, um etwas zu werden.
  • Arbeit ist anstrengend.
  • Das Leben ist kein Zuckerschlecken.
  • Erfolg kommt nicht einfach so.

Deine Glaubenssätze spielen damit bei der Berufswahl eine große Rolle. Lerne deine Glaubenssätze kennen, dann verstehst du deine Handlungen und dein Leben.

Talente und Fähigkeiten

Neben Glaubenssätzen hat jeder Mensch individuelle Talente und Fähigkeiten. Hierbei geht es darum, was du von Natur aus gut kannst. Kommunikation, Erklären, generalistisches und zusammenhängendes Denken, musikalisch, handwerklich, Zahlenverständnis, in der Tiefe etwas entdecken, Feinfühligkeit oder für Ausgleich zwischen Menschen sorgen sind nur eine kleine Auswahl an Beispielen. Jeder Mensch nutzt seine Talente und Fähigkeiten für sein eigenes Überleben.

Analog findest du Talente und Fähigkeiten in einem Rudel von Tieren. Jedes Tier hat die Aufgabe inne, die seinem Naturell entspricht. Denn es geht darum, mit möglichst wenig Energie das eigene und das Überleben des Rudels zu sichern. Denn ohne Rudel kann auch ein einzelnes Tier aufgeschmissen sein.

So spielt auch die Annäherung an die eigenen Talente und Fähigkeiten bei der Frage „Worauf habe ich wirklich Lust?“ des New Work / der Neuen Arbeit eine wesentliche Rolle.

Die Folge

Und wenn du wirklich Lust zu etwas hast, aus deinem Innen heraus, sind sämtliche Fragen zu lebenslangem Lernen, Mitarbeitermotivation, Work-Life-Balance oder Burn Out überflüssig. Auch technische Ausstattung wie ein Tablet oder ob du im Home Office arbeitest, verlieren an Bedeutung. Denn du tust nur (oder deutlich mehr) das, wozu du Lust hast oder was deinem Leben dient. Du verbrauchst weniger Lebensenergie, weil du deine Talente und Fähigkeiten nutzt. Also das, was du von Natur aus gut kannst. Damit bist du deutlich entspannter, deine Anspannung sinkt. Leistungsfähigkeit ist die Folge.

Ein Beispiel von mir: Ich habe vor ca. 2 Jahren meinen Werg Richtung Selbständigkeit eingeschlagen. Nach anfänglicher freiberuflicher Tätigkeit, habe ich jetzt ein Institut (mit)gegründet. Ich habe mich zwar schon vor Jahren im Studium mit Rechtsformen, Rechnungswesen u.ä. auseinandergesetzt. Aber meistens ist nach Klausuren und mündlichen Prüfungen nur noch wenig übrig geblieben. Jetzt, wo ich eine Motivation habe, die von Innen kommt, weil die Institutsgründung meinem Leben dient, und ich eine geeignete Rechtsform und eine saubere Geschäftsführung möchte, lese ich mich freiwillig gerne in Rechts- und Steuertexte ein. Ich selbst möchte kompetent sein, statt abhängig. Das liegt scheinbar an meinem generalistischen Wesen, das wiederum ein Talent darstellt. Wieder andere würden sich hier Dienstleister nehmen, um tief in ihr Kerngebiet einzusteigen. Aber auch das machen sie dann aus Ihrem Inneren, ihren eigenen Talenten und Fähigkeiten, heraus.

Nicht der Montag ist Scheiße und das Wochenende gut, sondern …

In sozialen Medien kursiert der Spruch „Nicht der Montag ist Scheiße, sondern eure Jobs.“ Jeder der sich in dieser Situation befindet weiß, dass der Weg aus alten Gewohnheiten erstmal alles andere als einfach erscheint. Und vor allem: es geht garnicht darum seinen Job zu kündigen und sich dann etwas Neues zu suchen. Nach einiger Zeit wäre alles beim Alten. Zusammenhängendes Wissen hilft hierbei:

Es ist somit nicht der Montag der Scheiße zu sein scheint, sondern das eigene Leben entgegen dem inneren Antrieb. Viele Menschen meinen nach Schema F funktionieren zu müssen. Das sie aber genau deswegen unmotiviert, angespannt, ausgelaugt, krank, erfolglos oder ständig in Konflikte involviert sind, ist sachlich den meisten Menschen nicht klar.

Damit ist die Ursprungsidee des New Work / der Neuen Arbeit, „Was will ich wirklich, wirklich machen?“, für deine Zukunft entscheidend. Geht der Weg immer mehr Richtung Zahlen, Funktionieren und Anpassung, wirst du immer mehr abgekoppelt von dir selbst. Dein Leben wird trist und stumpf. Wie eine funktionierende Biomaschine. Hörst du hingegen wieder auf deine innere Stimme, kannst du Schritt für Schritt das tun, was dir liegt und was du „wirklich, wirklich“ willst. Erfolg ist eine Folge daraus und nicht nur monetär zu bewerten. Denn inneren Reichtum kannst du nicht kaufen. Und dieser muss äußeren Reichtum nicht ausschließen. Auch wenn das häufig durch Glaubenssätze wie negativer Bewertung von Materiellem oder der Entsagung von Luxus in alternativen Kreisen so dargestellt wird. Naturgesetzlich korrekt ist etwas anderes.

Begleitung

Aus eigener Erfahrung weiß ich, dass der Weg nicht immer einfach scheint. In der individuellen Begleitung begleiten wir dich gerne bei deinen Herausforderungen. Denn manchmal reicht schon Wissen wie das Gefühle und Emotionen in Wellen kommen und wieder gehen, um sich darauf einzulassen. Erleben kannst du sie nur selbst – denn das führt zu deinem inneren Reichtum.

Auch in unseren Seminaren, z.B. „Folge deiner Berufung„, bekommst du grundlegende Zusammenhänge, um dich Schritt für Schritt entspannt diesen Themen zu nähern.

Bring dich in Stimmung – es geht nicht nur dir so

Tim Benzko geilngt es nach meinem Empfinden sehr gut, in folgendem Lied „Keine Maschine“ die Sehnsucht zu diesem Weg anzusprechen. Viel Freude dabei und auf deinem Weg zu deiner New Work / Neuen Arbeit.

Tim Bendzko – Keine Maschine (Offizielles Video)